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Gartenlust
statt Fernsehfrust
Seit
den 50er Jahren hat die Gartenarbeit einen beeindruckenden
Siegeszug unter den beliebtesten Freizeitaktivitäten der
Deutschen unternommen. Dies zeigt ein Streifzug durch die
Jahrzehnte. ( Quelle BAT Freizeitforschungsinstitut).
Noch
in den 50ern war - einhergehend mit dem "Baby Boom" - das "Mit den Kindern spielen" eine
der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen.
Am
Wochenende wollte man sich erst einmal "so richtig
ausschlafen". Das dann noch verbleibende
Zeitkontingent wurde in die beschauliche und kommunikative
Art der Beschäftigung "Aus dem Fenster sehen"
investiert.
Diese
Tätigkeit wurde in den 60ern durch das Fernsehen
abgelöst - woran sich bis heute nichts geändert hat. Aus
dem Spiel mit den Kindern wurde in den 60ern die
Beschäftigung mit der Familie. Ausgeschlafen hatte man
sich genug: Der Besuch des Theaters oder des Museums
gehörte in den 60ern zum guten Ton. Fernseher,
Flaschenbier und Filzpantoffel können wohl als Reliquien
der "Freizeitfaulenzerei" in den 70er Jahren
betrachtet werden.
Anfang
der 80er erst zog es die Deutschen nach Feierabend
verstärkt hinaus ins Grüne. "Selbermachen"
heißt seither die Devise, Gartenarbeit findet sich jetzt
im oberen Drittel der Deutschen liebstes Hobbys. Diesen
Trend konnte bisher auch ein stetig gewachsenes
Fernsehangebot und die Entwicklung neuer elektronischer
Unterhaltungsmedien nicht aufhalten.
Entsprechend
entwickelt hat sich auch der Markt für Garten- und
Freizeitausstattungen. Ergonomischer, leichter stabiler
ist das Gartenwerkzeug für den Hobbygärtner von heute.
Doch der verstärkte Einsatz von Harken, Hacken, Scheren
und Schippen fordert seinen Tribut: Nach getaner Arbeit
ist das Gerät von Schmutz und Erdresten zu befreien.
Neue
Infos für Gartenbesitzer
Ab Juli 2001
sind Pflanzenschutzmittel gemäß Indikationszulassung
einzusetzen.
Am 30. Juni
2001 endete die Übergangsfrist des neuen
Pflanzenschutzgesetzes zur Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln.
Ab Juli 2001
gilt auch in Deutschland die
"Indikationszulassung"
Pflanzenschutzmittel
dürfen ab diesem Zeitpunkt nur noch in dem zugelassenen
oder genehmigten Anwendungsgebiet eingesetzt werden.
So ist z.B.
die Nematodenbekämpfung, die Gallmilbenbekämpfung, die
Feuerbrandbekämpfung chemisch derzeit nicht mehr
möglich. Auch die Insekten- und Unkrautbekämpfung wird
größere Probleme bereiten.
Hinzu kommt,
dass das Zulassungsende einiger Pflanzenschutzmittel bzw.
neue Auflagen laufend auch neue Indikationslücken
entstehen lassen.
Die neuen, in
Europa einheitlichen Grundsätze für die Prüfung von
Pflanzenschutzmitteln, haben nicht nur höheren Aufwand
für die Registrierung der Wirkstoffe in Brüssel, sondern
auch für die nationale Zulassung der Präparate zur
Folge.
Tabellen über
Lücken schließende Zulassungen und erteilte
Genehmigungen im Anwendungsbereich Zierpflanzen können
beim Vorsitzenden eingesehen werden.
Der aktuelle
Stand der jeweils erteilten Genehmigungen kann ab Juli im
Internet unter www.pflanzenschutzdienst.de
abgerufen werden.
Die
Aufgaben der Gartenbauvereine
von
Fachberater Hubert Mersch
Pflanzen und
Gärten stehen in der Beliebtheitsskala der
Freizeitbeschäftigung ganz oben. Mag es die Flucht aus
der technisierten Alltagswelt und die Rückbesinnung auf
die Natur sein, oder ganz einfach der Wunsch nach einem
grünenden Lebensumfeld und einer Ernährung mit gesunden,
eigens erzeugten Gartenfrüchten.
Wer sich mit
dem Garten als bewußt gestaltete Lebensgemeinschaft von
Boden, Pflanze, Tier und Mensch beschäftigt, der möchte
aktuell informiert sein, aber auch gärtneriche Probleme
mit Gleichgesinnten angehen.
Hier setzt die
Bedeutung der Gartenbauvereine an, die mit Fachvorträgen
persönlicher Beratung, mit praktischen Kursen, mit
Lehrfahrten und Ausstellungen dafür sorgen, daß ein
Landesweites Netz naturnaher Gärten geschaffen wird.
Denn längst
stehen nicht nur die Selbstversorgung, die aktive
Betätigung und Erholung in der Freizeit im Vordergrund.
Naturnahe
Gärten sind ein Teil der Ökologie. In ihrer Gesamtheit
bilden sie eine Vernetzung von Lebensräumen, die zur
Erhaltung der Vielfalt an Pflanzen und Tieren beitragen.
Begrünte
Fassaden, blühende Zäune und fruchtende Gartenbereiche
prägen das Ortsbild und sind wichtige Elemente der
Ortsverschönerung.
Das
Lebensumfeld mit Pflanzen aufzuwerten, der Natur in Dorf
und Landschaft eine Chance zu geben, setzt voraus, daß
Menschen Sinn für gemeinschaftliche Aufgaben haben.
Gemeinschaftssinn
und Zusammengehörigkeitsgefühl in einem Verein sind
notwendig, um auch außerhalb der Gartengrenzen
Verantwortung für Natur und Landschaft zu übernehmen.
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